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Facebook für die Kita? Ein (zunächst gescheitertes) Interview mit Melanie Olbrich

Was kann Social Media für den Kita-Alltag tun? Wo sind hier die Grenzen? In diesem Interview bekommen wir einen alltagsnahen Einblick.




Der Gedanke war gut. Könnte klappen, habe ich mir so gedacht. Hat auch geklappt - aber nur kurz. Auch deshalb gibt es hier meinen ersten Blogeintrag (das habe ich mir zur Eröffnung auch anders vorgestellt) in Form eines abgetippten - jedoch nicht minder interessanten - Interviews.

Der eigentliche Plan war über die wave- und die reply-Funtkion, via Anchor, ein gemeinsames Gespräch zu starten. Also: Ich frage als "wave" ... Melanie antwortet über "reply" .... and on and on. Soweit so gut. Leider machte die App schnell schlapp, so dass wir MITTENDRIN unterbrochen wurden. Den Start des Anchor-Interviews gibt es hier...

 

 

Melanie und ich haben das Interview dann über den Facebook Messenger weitergeführt. Ging auch. Und zwar so:

 

 

Wie siehst Du den Einsatz von Social Media als Gründerin im Sozialen Sektor? Kann Social Media für Dich ein Tool sein um in (Informations)Austausch mit deiner Klientel zu kommen?

Der Einsatz von Social Media im Sozialen Sektor ist eine Hilfe, um das irgendwie schräge Bild der DauerkaffeetrinkendenTantemitvielZeitzumReden etwas in eine andere Richtung rücken zu können. Durch das Zeigen von Fotos und den Kurzberichten ist es möglich den Alltag zu skizzieren. Es ist auch schön mit den Followern in einen Austausch zu gehen und neue Anregungen zu bekommen und zu geben.

 

 

Wo hat Social Media in deinem Arbeitskontext seine Grenzen?

Ich hatte Mal ein Tageskind in der Gruppe welches Verhaltensweisen zeigte, die meinen eigenen Kindern schadete. Ich machte einen Kurzbericht und nahm das Wort krabbitzig für das Verhalten dieses Kindes. Die Eltern sprachen mich drauf an und lehnten es ab, negative Berichte zu lesen, auch wenn keiner weiß das es ihr Kind sei. Das war spannend, denn mein Alltag mit den Kindern besteht nicht nur aus Sonnenschein und hat eben auch schon Mal Nachteile. Diese dann auch zu teilen, macht für mich das Bild rund und wirkt authentisch. Diese Familie lehnte es jedoch ab und so ließ ich es sein, über solche Szenen zu berichten. Die Grenze ist also die Meinung der Anderen. Ich für mich habe entschieden, keine Bilder von Planschbecken Szenen zu machen, denn diese Bilder möchte ich einfach vermeiden, um einen Grad des Schutzes zu haben. Auch teile ich keine Artikel die gegen die Politik hetzen, wenn zum Beispiel ein Gesetz geändert wurde, welches unseren Sektor schlechter stellt, da ich Hetze jeglicher Form via Social Media ablehne.

 

Stichwort Indoor-Spielplatz: Können dann bei Dir auch Besucher über Apps miteinander spielen? Wird es Wifi geben?

Ich habe in dem Gebäude im Indoor-Spielplatz aus Kostengründen nur einen Router zum Internetnutzen in meinem Büro, also keine W-Lan usw. Ich möchte zum Einen mich selber schützen vor dem Zeiträuber 24/7 Zugang zum www, zum Anderen möchte ich auch Familien Quality-Time anbieten MIT ihren Kindern, quasi als Auszeit vom Alltag und wenn Eltern nach der Arbeit mit den Kids kommen, das sie eben nicht nur physisch anwesend sind, sondern auch mit ihrer Aufmerksamkeit. Ich merke das bei meinen eigenen drei Kindern, das die Frequenz des Quengeln s viel höher ist, wenn ich durch mein Smartphone abgelenkt bin, als wenn ich prompt auf sie reagiere. Ins www kann ich auch gehen, wenn sie im Bett sind oder in der Kita/Schule. Ich merkte auch, das ich selber mich wegbeame und für meine Familie nicht greifbar bin, obwohl ich im selben Raum bin. Ich möchte also bewusst eine Internetfreie Zone anbieten, als Chance wieder in Kontakt mit den Kindern zu kommen.

 

Erzähl mal aus deinem Arbeitsalltag. Inwieweit verändert sich durch den Einsatz von digitalen Medien der Kontakt zu bestehenden Kunden (Eltern) und der Kundenakquise (künftige Kinder)?

Der Vorteil ist klar, es ist, als wären sie auch dabei gewesen, wenn sie denn Facebook nutzen. Ich brauche keine mündlichen Berichte mehr geben, denn sie können sie ja selber sehen und lesen, noch bevor die Kids abgeholt sind. Bei den Eltern ohne Facebook erzähle ich meist ein Highlight zwischen Tür und Angel. Zukünftige Kinder waren nicht über meine Seite gekommen, da ich diese nicht aktiv beworben hatte, nur auf meinem Auto war ein Aufkleber mit der Seite. Meist bekam ich Eltern durch das Jugendamt vermittelt und dann zeigte ich denen meine Seite, das sie sich einen ersten Eindruck verschaffen konnten. Das wurde meist begrüßt und positiv kommentiert.

 

Und jetzt DU: Schreib gerne was zu dir. Zu deinem Konzept und dem bevorstehenden Projekt Mini-Indoorspielplatz...

Mein Weg zur Kindertagespflege war aus der Not heraus entstanden, da es keine freien Plätze gab in der Wunschkita als wir im September 2015 umzogen. So überlegte ich mir, wie ich arbeiten kann mit Kindern. Die Lösung als gelernte Erzieherin war dann schnell klar und auch umsetzbar. Als ich in dem neuen Mietshaus dann die Räume für die Tagespflege gestaltete, entstand unser Bewegungsraum. Und dieser wurde immer wieder positiv kommentiert und auch mit "Wie schön wäre es, wenn wir so etwas auch hätten." Das war der Start für die Idee mit dem Mini-Indoor-Spielplatz Mel.O.Diy gUG. Ich nutzte Facebook und gründete eine Projektgruppe. Ich wollte wissen, ist meine Idee auch ein Bedarf für die anderen. Seitdem 6.12.15 arbeite ich daran, dass es Realität wird und dabei schauen mir nun schon 300 Menschen zu. Eine webpage entsteht im Februar und bringt die Entwicklung dann auch für Nichtfacebooknutzer nah. Überhaupt ist aus einer kleinen Idee mein Arbeitsplatz geworden, in dem ich all meine Fähigkeiten miteinbringen kann und stetig in meinen Fähigkeiten wachse. Ich erschaffe mir eine Art Pippi Langstrumpf Welt, eine Welt voller Momente in denen ich mich gut fühle und ganz meiner Meinung bin 😀 .

Mit den ganzen Ideen möchte ich den Familien etwas Gutes tun und einen Ort zum Wohlfühlen bieten. Details sind bald strukturiert und visuell aufbereitet bei www.melodiy.de zu finden. Als Kurzinfo: zwischen 9 und 12 Uhr gibt es Kursangebote für Kleinkinder und Begleitpersonen. Gruppen aus Schulen, Kitas können an einem Vormittag in der Woche kommen. Zwischen 14.30 und 18.30 Uhr können alle gegen Eintritt rein kommen. An Abenden ab 19.30 Uhr werden Vorträge/Workshops/Kurse für Erwachsene durch Referenten angeboten. An Samstagen zwischen 10 und 18 Uhr und an zwei Sonntagen im Monat zwischen 10 und 18 Uhr können alle gegen Eintritt rein. Wer Feste feiern möchte kann sich einen kleinen Raum anmieten oder an 2 Sonntagen im Monat die gesamte Fläche exklusiv. An einem Sonntag im Monat 16 Uhr gibt es Family-Sofa-Concerte, während ein Künstler spielt, können die Kids zuhören und sich bewegen und die Eltern können zuhören und zwischen den Liedern Fragen an den Künstler stellen. Der Künstler erspielt sich eine Hutgage. In Planung sind Flohmärkte und Kleidertauschbörsen. Durch diese Veranstaltungen wende ich meine Fähigkeiten als Organisatorin an 🙂 . Ich freue mich schon auf die MitarbeiterInnen, die mich dann bei dieser Arbeit unterstützen.

 

 

 

Ich danke Melanie an dieser Stelle für Ihren Einsatz als Versuchskaninchen. Ihr wollt mehr über Melanie und Ihre Projekte erfahren? Dann seht hier, was es Neues bei Facebook gibt. Oder klickt auf die Website www.melodiy.de .


Benjamin Wockenfuß

Social Media Manager | Suchttherapeut

  

c/o Coworking Bonn

Sebastianstraße 38, 53115 Bonn

 

(+49) 1573 359 1234

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